3 Tipps für die ideale Elektroplanung

Eine gut durchdachte Planung spart viel Geld und schafft Sicherheit. 

Für jedes anstehende Projekt bildet eine gut durchdachte Elektroplanung die notwendige Grundlage für ein gewünschtes Ergebnis. Das gilt natürlich auch beim Erstellen einer elektrischen Anlage. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um einen Neubau oder eine Modernisierung handelt. Wichtig ist, dass Du dich bei der Planungsphase deines Projekts frühzeitig mit der technischen Ausrüstung deiner Anlage beschäftigst.

Und warum?… Nun ja, durch das ständig wachsenden Angebot von elektrischen Geräten wird unser heutiger Lebensstil stark beeinflusst und dadurch steigt natürlich auch der Bedarf an elektrischem Strom. 

Damit Deine Anlage den heutigen und auch zukünftigen Ansprüchen gewachsen ist, geben wir Dir 3 wertvollsten Tipps in die Hand geben, die Du für eine erfolgreiche Elektroplanung unbedingt beachten solltest.

Tipp #1: RAL-Ausstattungswerte als Grundlage für die Elektroplanung

Die Planung einer elektrischen Anlage ist sehr individuell und wird immer auf das jeweilige Bauprojekt zugeschnitten. Damit dir das ebenfalls gelingt, solltest Du Dich unbedingt mit den RAL-Ausstattungswerten beschäftigen, diese bilden die Grundlage für die Elektroplanung und hilft Dir dabei die Anzahl der Stromkreise, Schalter, Steckdosen, Beleuchtungsanschlüsse und so weiter im Vorfeld zu definieren. Für eine konventionelle Elektroinstallation(ohne Gebäudesystemtechnik) sind die Ausstattungswerte in drei Varianten unterteilt, die mit 1-3 Sternen gekennzeichnet sind. 

Ausstattungswert 1 – Mindestausstattung

Der Ausstattungswert 1 stellt die Mindestausstattung dar, die gemäß DIN 18015-2 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Art und Umfang der Mindestausstattung festgelegt und für Neubauten gefordert wird.

Während die Mindestausstattung eingehalten werden muss, um einen gewissen Grad an Funktionalität und Sicherheit zu bieten, liegt die Entscheidung einer höheren Ausstattung freiwillig am Bauherr. Diese Varianten sind daher lediglich als Richtlinie anzusehen und unter der Bezeichnung RAL-RG 678 registriert.

Ausstattungswert 2 – Standardausstattung

Der Ausstattungswert 2 stellt die Standardausstattung dar. Mit diesem Umfang soll sichergestellt werden, dass die heute üblichen Elektrogeräte ohne räumliche und zeitliche Einschränkungen genutzt werden können. 

Der Ausstattungswert 2 spiegelt einen gewöhnlichen Umfang dar und wird in der Praxis auch am häufigsten umgesetzt. Dieser Wert bietet im Vergleich zur Mindestausstattung ein deutlich höheren Komfort und funktionelle Möglichkeiten, schließlich geben sich nur die Wenigsten mit dem Minimum zufrieden, vor allem dann, wenn Neu gebaut oder modernisiert wird.

Ausstattungswert 3 – Komfortausstattung

Der Ausstattungswert 3 bildet die komfortabelste Ausstattungsvariante für Wohnungen und Häuser. Sie geht über den Ausstattungswert 2 hinaus und berücksichtigt bereits diverse neue Techniken, für Komfort, Automation, sowie Kommunikation und Sicherheit.

Ausstattungswerte auf die gesamte Anlage anpassen

Die Elektroplanung gestaltet sich bei jedem Bauvorhaben ganz unterschiedlich, dass gilt auch für die einzelnen Räume innerhalb der Anlage. Schließlich wünscht man für das Wohnzimmer einen höheren Komfort, als für den Abstellraum oder das Gäste-WC. Damit solch eine individuelle Planung der Anlage realisiert werden kann, ist es ratsam sich jeden Raum einzeln vorzunehmen und nach seinen Wünschen genau zu definieren.

So hat man die freie Entscheidung wie komfortabel man welcher Raum gestalten möchte.

Ausschreibung des gewünschten Ausstattungswert

Wenn Du dir hinsichtlich deiner Ausstattung im klaren bist, solltest Du deinem Architekten oder Bauträger die von dir gewünschten Ausstattungswert schriftlich nach RAL-RG 678 übergeben. Damit legst Du deinen eigenen, persönlichen Anspruch an deine elektrische Anlage fest und kannst dann die eingehenden Angebote der verschiedenen Fachbetriebe transparent vergleichen.

Wenn Du als Bauherr den von dir gewünschten Ausstattungswert im Bauwerksvertrag festschreiben lässt, muss der Elektrofachbetrieb diese festgehaltene Anforderung umsetzen. Das bringt dir als Bauherr natürlich mehr Sicherheit und kann dir viel Ärger mit dem Elektriker ersparen, weil der Anspruch vertraglich bestimmt festgeschrieben ist.

TIPP #2: Möblierung beachten

Der zweite Tipp den wir Dir für deine Elektroplanung mit auf den Weg geben möchten, ist die Raumnutzung selbst. Das bedeutet, dass Du die Gestaltung deiner Räume genaue definieren solltest. Die Grundlage hierfür schafft der Grundriss des Hauses oder Wohnung. Durch den Grundriss und die Architektur der Anlage ergibt sich dann auch die Aufteilung und Größe der einzelnen Räume.

Um daraufhin deine Elektroplanung passgenau vorzunehmen, solltest Du dabei auch wieder jeden Raum einzeln angehen, um wirklich nichts zu vergessen. Das ist Wichtig, denn Änderungen während der Bauphase können oftmals sehr aufwendig und teuer sein. 

Möblierung der Räume

Mache dir frühzeitig über die Raumgestaltung Gedanken und werde dir im Vorfeld klar, wie Du deine Räume nutzen möchtest. Wie Du deine Räume möblierst und wo welches Möbelstück platziert wird. Damit schaffst Du dir deine grundlegendes Fundament deiner Elektroplanung. Natürlich ist hiermit nicht gemeint, an welche Wand Du welches Bild aufhängst, sondern wo die großen und sperrigen Möbel ihren Platz finden. Bist Du dir dahingehend im Klaren, ergeben sich daraus auch direkt die Standorte der einzuplanenden Steckdosen, Lichtschalter, Beleuchtungs- und Kommunikationsanschlüsse. Dazu zählen beispielsweise:

Und das sind nur einige wenige Beispiele, die Du für deine Elektroplanung übernehmen kannst. Nachdem Du die einzelnen Möbel festgelegt hast, solltest Du dir darüber hinaus auch im Klaren werden welche Geräte Du betreiben möchtest. Dazu zählen vor allem die Verbraucher, die einen eigenen Stromanschluss erhalten sollen und davon gibt es Heute eine riesige Palette:

  • Unterhaltungselektronik, wie Fernseher, Receiver, HiFi-Anlage, usw.
  • Beleuchtungsmöglichkeiten, wie Stehlampen, LED-Strips, usw.
  • Zahlreiche Küchenhelfer, wie Kaffeemaschine, Mixer, Mikrowelle, Toaster, usw.
  • Telefonie & Kommunikation, wie Telefonstation, Fax, Anrufbeantworter
  • Informationen & Kommunikation, wie PC, Laptop, Tablet, Drucker, Router
  • uvm.

Auch hier kann die Aufzählung beliebig erweitert und auf die eigenen individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Umgestaltung/Änderung der Raumnutzung

Wenn das getan ist, solltest Du bei deiner Elektroplanung noch einen Schritt weiter gehen und einen Blick in die Zukunft werfen. Das bedeutet, Du sollst dir bereits jetzt Gedanken darüber machen wie Du manche Räume in Zukunft nutzen möchtest/könntest. Schließlich kommt es durchaus vor, dass der ein oder andere Raum später für einen anderen Zweck genutzt wird als ursprünglich gedacht: 

  • So soll das Schlafzimmer beispielsweise später auch als Arbeitszimmer genutzt werden.
  • Das Wohnzimmer soll durch das umstellen der Möbel für ein neues Wohnambiente sorgen.
  • Und was geschieht aus den Kinderzimmer, wenn die Kinder erwachsen sind? Dann wünschen sie sich nicht mehr nur ein eigenes Zimmer, sondern eine eigene Wohnung. Vielleicht ein Hobbyraum, Büro oder Fitnessraum?

Was auch immer auf deine Situation zutrifft, solltest Du auch das in deine Elektroplanung miteinbeziehen. Denn je nach dem wie die Räume umgestaltet werden, fehlen an entsprechenden Stellen die jeweiligen Anschlüsse. 

Natürlich sollte man es an dieser Stelle nicht übertreiben und die Wände mit allen möglichen Anschlüssen zu pflastern. Schließlich weiß keiner was die Zukunft letztendlich bringt, aber trotzdem sollte man auch diesen Teil in jedem Fall bedenken. Daher sollte man an den entsprechenden Stellen Leerrohre verlegen und Blinddosen setzen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt bestückt werden.


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TIPP #3: Vorplanen und Stück für Stück nachrüsten

Wenn Du deine Elektroplanung weitestgehend vorgenommen hast und Du merkst, dass Du die Planung deiner gewünschten elektrischen Anlage unterschätzt hast, was wirklich sehr häufig vorkommt. Denn eine Steckdose hier und ein Datenanschluss da, die man sich noch irgendwo zusätzlich wünscht, hat natürlich auch Auswirkungen auf die spätere Rechnung.

Damit dir das nicht passiert und Du am Ende nicht von enormen Mehrkosten überrascht wirst, ist es Ratsam wie auch bereits im zweiten Tipp vorzuplanen und im Rohbau Vorarbeiten zu leisten. Das heißt, Du planst deine Elektroinstallation zunächst so, wie es dir dein Budget ermöglicht. Damit legst Du dein Fundament in deiner Elektroplanung. 

Anschließend erweiterst Du deine geplante Anlage um die von Dir gewünschten zusätzlichen Elemente wie:

Wenn Du nun diese geplanten Erweiterungen auch im Rohbau mit einfließen lässt und vorab die Leerrohre und Anschlussdosen als sogenannte Blinddosen installierst, musst Du später nur noch die notwendigen Leitungen einziehen und das gewünschte Schaltgerät installieren. 

Ganz nach dem Moto: 

Wie ist man ein 400 Gramm Steak?

Stück für Stück!

Diese Vorab-Installation kann dir beim Nachrüsten und erweitern der elektrischen Anlage eine Menge Geld einsparen. Schließlich ist das Nachrüsten von Schalter, Steckdosen, usw. Rund fünfmal teurer als bei der Variante der Vorinstallation, weil dann wiederum aufwändige Nacharbeiten anfallen, wie Schlitz stemmen, Leitungen verlegen, spachteln, tapezieren, uvm.

Wenn Du diese Tipps in deine Elektroplanung mit einfließen lässt, steht dir für eine perfekte und für Dich ideal zugeschnittenen Elektroinstallation nichts mehr im Weg!

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